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Joint Venture PRODUKTION: Hrachowina und Weinzetl

2018 wird gemeinsam mit dem Familienunternehmen Weinzetl Fenster & Türen GmbH in Niederösterreich produziert. Die Eigenständigkeit der beiden traditionsreichen Fensterfirmen und ihrer Produkte bleibt aufrecht. Hrachowina tätigt Millioneninvestitionen, vor allem in eine Großanlage nach Industrie 4.0 Standard. Von den Hrachowina Produktionsmitarbeitern erhofft man sich ein gemeinsames Übersiedeln ins Nachbarbundesland. Zentrale und Logistik-Hub bleiben in Wien. Die Neuaufstellung soll für nachhaltiges Unternehmenswachstum sorgen.
Wien Kagran, 9. März 2017

 

Holzfensterproduktion: Kooperationsgemeinschaft mit Weinzetl

Hrachowina und Weinzetl gehen ein Joint Venture zu gleichen Teilen ein und gründen die H & W Holzfensterproduktions-GmbH. (Diese tritt in der Marktkommunikation nicht in Erscheinung. Anmerkung zur Klarstellung: Beide Unternehmen, Marken und ihre Produkte bleiben eigenständig bestehen.) Hrachowina war seit vergangenem Frühjahr auf Standortsuche. Statt des geplanten „Umzug&Neubaus“ meldete sich mit Weinzetl ein idealer Kooperationspartner für die Holzfensterherstellung. 70 % des Umsatzes von Hrachowina machen
Holzfenster aus.
Geschäftsführer Peter Frei erklärt: „Weinzetl und uns eint die kompromisslose Ausrichtung auf Qualität“, um schmunzelnd hinzuzufügen, „auch wenn Weinzetl mit 52 Jahren Familienunternehmensgeschichte ein „Junghupfer“ ist im Vergleich zu unseren 108.“ Beide ostösterreichische KMU stellen sich mit dieser Produktionsoptimierung für die nächsten Jahrzehnte neu auf: innovativ, flexibel und kompetitiv.

 

Vorteile der Kooperation

Frei erklärt die Vorteile der kollaborativen Produktion: „Flächenbedarf, Baukosten und Investitionen sind wesentlich geringer als bei einem „Greenfield Project“ – also einem Neubau auf der grünen Wiese. Dazu kommen die bessere Maschinenauslastung und Synergiepotentiale in der Standort-Administration.“ So bleiben beide kompetitiv. Der Markt ist sehr gesättigt, der Preisdruck enorm – was zu Lasten von Qualität gehen könnte. Dem wird mit der gemeinsamen Auslastungsoptimierung entgegengewirkt.

Frei betont, dass durch die Produktionsgemeinschaft nur Teile der Wertschöpfungskette gemeinsam genutzt werden. Darüber hinaus wird es keinen Zusammenschluss geben. „Ab der ersten Gabelung der zwei Produktionslinien kämpft ohnedies jeder für sich“, erklärt Frei. Wobei man sich am Markt nicht „kanibalisiert“, denn bei Logistikkonzept und Kundenstruktur haben die Produktionspartner eigenständige Profile. Hrachowina beliefert ein österreichweites Händlernetz (mit Schwerpunkt im Osten) und kooperiert mit Bauträgern und Fertigteilhäusern, während Weinzetl in Niederösterreich für den großvolumigen Objektbereich und regionalen Direktverkauf steht.

 

Wien 22 bleibt Standort für Headquarter und Logistik-Hub

Von Anfang an stand für Hrachowina fest: In Wien wird es weiterhin Zentrale, Schauraum sowie Abhollager geben. Da der bisherige Standort in Kagran verkauft wurde und seine Nutzungsmöglichkeit Mitte 2018 ausläuft (Hrachowina berichtete) ist auch hier ein Umzug notwendig. Jetzt wurde eine große Liegenschaft in Kagran gefunden – am Rande eines Gewerbegebiets mit optimaler Straßen- und U-Bahn-Anbindung. Dieser Standort vereint Headquarter, Logistik-Hub samt kompletter Endfertigung, 1600 m2 Auslieferungslager für Wiener Händler und einen sehr hell und weitläufig geplanten Schauraum. In Wien setzt man auch künftig den Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung sowie auf den Ausbau des österreichischen Händlernetzes.

Am Produktionsgemeinschafts-Standort in Wiener Neustadt investiert Hrachowina 3 Millionen Euro in die Unternehmensbeteiligung und Erweiterung der state-of-the-art Großanlage. Peter Hrachowina, Inhaber in dritter Generation, bekräftigt das Bekenntnis zu Österreich: „Im Ausland zu produzieren kam für uns nie in Frage. Hrachowina ist und bleibt ein ostösterreichisches Familienunternehmen – und investiert jetzt in das ‚Fenster in die Zukunft’.“ Die Belegschaft am Produktionsstandort Wiener Neustadt soll verdoppelt werden. Hrachowina hofft, dass viele der jetzigen Mitarbeiter der Produktion mitsiedeln: „Ein Holzfenster ist ein technisch komplexes Produkt. Bei aller maschineller Innovation, der Kern ist lebendig: Das Arbeiten mit gewachsenen Werkstoffen und das Produzieren von hochtechnische Lösungen bedürfen viel Erfahrung.“

Hrachowinas Investitionen in den partnerschaftlichen Standort bewirken einen Innovations-Boost. „Wir stellen das Modernste auf, was die Technik bieten kann – die gesamte Produktionskette hindurch“, ist Alexander Hrachowina, Head of Controlling, froh über die nicht zuletzt technologische Weichenstellung für die Zukunft des Unternehmens. Die neue Großanlage ist hochgradig automatisiert und EDV-gesteuert. Die Produktionsanlagenplanung ist abgechlossen. Die Lieferzeit einer solchen Hightech-Anlage beträgt ein Jahr.

 

Kunststofffenster

Hrachowinas Abkehr von einer allein genutzten Produktionsanlage bewirkt eine weitere Kooperation im Kunststoffbereich. Wobei Kunststofffenster für das Unternehmen eine Sortimentsabrundung und generell technologisch das wesentlich einfachere und uniformere Produkt, darstellen. Es lässt seine Kunststofffenster nach Hrachowina-Standards ab 2018 im Waldviertel produzieren. Das Unternehmen beteiligt sich dort an der großen, bestehenden Produktionsgemeinschaft waku (Anmerkung: Weinzetl ist Gründungsmitglied und Hauptgesellschafter von waku).

 

Der Zeitplan

Ende 2015      Verkauf der Hrachowina Liegenschaften in Kagran an 
                      Wohnbaukonsortium
2016               Projekt- und Liegenschaftsevaluierungen und intensive Planung
                      und Auseinandersetzung mit dem Produktionsprozess und
                      Optimierungsmöglichkeiten
Jetzt               Produktions-Joint Venture mit Weinzetl
Ende 2017      Fertigstellung des Anlagenneubaus
Anfang 2018   Start der Hrachowina Holzfenster „Produktion 4.0“ in
                      Wiener Neustadt

 

Über Hrachowina

Hrachowina ist Fenster-Allrounder mit ausgeprägter Holzexpertise. Seit 1908 produziert das Familienunternehmen in Wien. 2018 siedelt die Produktion nach Niederösterreich. Zentrale & Logistik-Hub bleiben in Wien und werden neu aufgestellt. Das Bekenntnis zur KMU-Struktur sowie dem Standort und Kernmarkt Österreich sind dem Unternehmen wichtig und im Einklang mit seinem hohen Qualitätsanspruch. Zu den Kundinnen und Kunden von Hrachowina zählen private Hausherrinnen und Sanierer sowie Fertighausfirmen
und Bauunternehmen für Qualitäts-Wohnbau.
Hrachowina Fenster & Türen GmbH ° Am Langen Felde 55 ° 1220 Wien °
+43 1 258 36 11-0 ° www.hrachowina.at