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derStandard.at

Fensterbauer Hrachowina zieht nach Wiener Neustadt

Produktion aus Kagran nach Niederösterreich verlegt – Hoffnung auf gute Tischler

Wien – Den Holzstaub im Büro vermisse er schon, sagt Peter Frei, Geschäftsführer des Fensterherstellers Hrachowina. An der Verlagerung der Produktion hinaus aus Wien habe dennoch kein Weg vorbeigeführt. Über Jahrzehnte fertigte der Familienbetrieb Fenster und Türen in Kagran. Gut 80 Mitarbeiter waren damit betraut.

Die Wohngebiete rundherum wurden dichter, die Fenstermärkte härter und gute Tischler in der Bundeshauptstadt zusehends rar. Ende 2015 verkaufte Hrachowina die gesamte Liegenschaft an ein Wohnbaukonsortium. Diese Woche erfuhren die Mitarbeiter, dass es im kommenden Jahr auf nach Wiener Neustadt geht.

Der Wiener Fensterbauer investiert dort drei Millionen Euro in ein Joint Venture mit dem Mitbewerber Weinzetl und in den Ausbau von dessen Produktion. Die niederösterreichische Firma Weinzetl erzeugt wiederum im Waldviertel mit Partnern federführend Kunststofffenster.

Zum einen beteiligt sich Hrachowina an ihrer Produktionsgemeinschaft Waku, zum anderen spezialisieren sich die beiden in Wiener Neustadt auf Holzfenster.

Produziert wird gemeinsam, die Marken und der Vertrieb bleiben aber getrennt. Zentrale und Logistik belässt Hrachowina in Wien. Auf dem Markt treten beide weiterhin als Konkurrenten auf.

Berührungspunkte bei Kunden gebe es nur wenige, sagt Frei. Wie es gelingen wird, zwei Familienbetriebe, die mehr als 100 beziehungsweise 50 Jahre lang eigenständig agierten, auf Dauer friedlich unter einem Dach zu vereinen? "Man muss gut miteinander reden können."

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