| Infos ausblenden Infos einblenden

Die Presse

Wiener Fensterhersteller produziert bald in Wiener Neustadt

Das Traditionsunternehmen Hrachowina geht ein Joint Venture mit Weinzetl ein. Am Standort in Niederösterreich werden neue Hallen gebaut und ein Maschinenpark angeschafft.

Der Wiener Fensterhersteller Hrachowina sucht seit geraumer Zeit einen neuen Standort und ist nun fündig geworden. Die Holzfenster, die 70 Prozent des Umsatzes ausmachen, werden bald in Wiener Neustadt produziert. Dafür hat das Familienunternehmen ein Joint Venture mit der Wiener Neustädter Firma Weinzetl gegründet.

Hrachowina und Weinzetl gründen zu gleichen Teilen die H & W- Holzfensterproduktions-GmbH. Die Marken und Produkte der beiden Unternehmen bleiben eigenständig bestehen. Hrachowina war seit vergangenem Frühjahr auf Standortsuche. Statt des geplanten Umzugs und Neubaus kooperiert das Wiener Unternehmen mit Weinzetl bei der  Holzfensterherstellung. 70 Prozent  des Umsatzes von Hrachowina machen Holzfenster aus.

Hrachowina will drei Millionen Euro in eine neue Großanlage nach neuem Industrie-4.0-Standard investieren. Am bestehenden Standort von Weinzetl werden neue Hallen gebaut und ein Maschinenpark angeschafft, sagte Hrachowina-Chef Peter Frei am Donnerstag. Ab Anfang 2018 soll die Produktion im Nachbarbundesland losgehen. Hrachowina hofft, dass die betroffenen Mitarbeiter mitgehen. Die Belegschaft am Produktionsstandort Wiener Neustadt soll verdoppelt werden.

Zentrale zieht innerhalb von Wien um
Frei erklärte, dass die Kooperation mit dem Konkurrenten Weinzetl Fenster & Türen billiger sei als ein kompletter Neubau, den Hrachowina ebenfalls in Erwägung gezogen hatte. Frei betonte, dass es über das 50:50-Joint-Venture hinaus keinen Zusammenschluss geben werde. "Ab der ersten Gabelung der Produktionslinien kämpft ohnehin jeder für sich." Während Hrachowina Händler in Ostösterreich beliefert und mit Bauträgern zusammenarbeitet, ist Weinzetl auf den großvolumigen Objektbereich in Niederösterreich und den regionalen Direktverkauf spezialisiert. Der Fenstermarkt ist relativ gesättigt, der Preisdruck groß.

Hrachowina hat Ende 2015 nach 108 Jahren seine Liegenschaften in Kagran verkauft. Bis Mitte 2018 muss das Unternehmen ausziehen. Zentrale, Schauraum und Abhollager sollen in Wien bleiben. Dafür hat Hrachowina jetzt eine neue Liegenschaft gefunden - ebenfalls in Kagran, am Rande des Gewerbegebiets. Hrachowina macht 95 Prozent seines Umsatzes (rund zehn Millionen Euro) in Österreich und beschäftigt rund 80 Mitarbeiter. In Wiener Neustadt sollen neue Jobs dazukommen. Das Ergebnis war zuletzt knapp positiv.

Zum Online Artikel

Zurück zur News-Übersicht